4/26/2012

Lebenszeichen und Texteil

Ja, mich gibt es auch noch! Auch wenn es hier seit der letzten Rezi ziemlich still geworden ist! Wie der Hase aus Alice im Wunderland zu sagen pflegte: "Keine Zeit, keine Zeit!"

Aber weil heute Mädchen Zukunftstag war und ich deswegen mal nicht völlig tot aus der Schule zu hause ankam und sämtliche Kreativität irgendwo zwischen Matheunterricht und WAT- Test auf der Strecke geblieben war, konnte ich mich aufraffen mal ein kleinen Post zu schreiben.

Ich war heute von 10 Uhr bis eben im Berliner Gericht und saß dort zwischen der Polizei, Strafverteidigern und Richtern und hörte mir Anklagen und Zeugenaussagen an. Wenn man mit einem Richter da unterweg ist, fühlt man sich wie ein Popstar! Jeder grüßt einem und hält einem die Tür auf. Man wird mit SIE angesprochen und so. Auch wenn die Zuschauerbänke mehr als nur ungemütlich sind. *schmerzenden Rücken reib*

Naja, weil ich nicht weiß, was ich davon erzählen darf, ... erzähle ich mal lieber nichts! Nur so viel... Wenn ihr heute um 19 Uhr ZDF Schaut... vllt seht ihr mich ja! ;)

Soweit so gut... jetzt geht's weiter mit dem zweiten teil des Pots: Der ewig verschollene Beginn von "Elfenblut- Die Verbannung"!! Gerade wiedergefunden. Hier mal ein kleiner Texteil. Do you like it?

Ich riss die Tür auf und viel vor dem verschmutzten Toilettenrand auf die Knie. Würgend klammerte ich mich an die Seitenwände der Kabine. Als ich das Gefühl hatte, dass es vorbei war, richtete ich mich auf und strich mir die Haare aus der schweißnassen Stirn. Stoßweise atmete ich ein und aus und versuchte mich zu beruhigen. Ich lehnte mich an die gekachelte Wand und rutschte langsam an ihr herunter, bis ich mit ausgestreckten Beinen an der Wand lehnte. Ich starrte auf meine verschmutzten Stoffschuhe. Es war unerträglich still in der Toilette. Meine zitternde Hand langte nach der Spülung und die Stille wurde durch das Rauschen unterbrochen. Für einen Moment schloss ich die Augen und konzentrierte mich auf das Nichts, das vor meinen Augen sich ausdehnte. Du gehst jetzt da raus und reißt dich zusammen. Abwesend nickte ich und stand mit weichen Knieen auf. Ich musste mich an der Türklinke festklammern um nicht umzukippen. Als ich ans Waschbecken trat, erhaschte ich ein Blick auf mein Gesicht. War es den meins? Ich erkennate die Person nicht wirklich wieder. Sie hatte zwar große Ähnlichkeiten mit mir, aber es fehlten die roten Wangen, die vollen orangen Lippen. Das schelmische Glitzern in den strahlend grauen Augen. Die Augen die mich aus dem Spiegel ansahen waren dunkel verhangen und sahen unendlich müde aus. Das Gesicht war eingefallen und die Haut weiß und durchscheinend. Die einst rote Lockenpracht hatte sich auf ein wirrwar krauser Haare um meinen Kopf verkürzt. Ich zupfte drei Haarnadeln hinaus und steckte meine Haare neu zusammen. Dann richtete ich noch meine Kleidung und machte ein neutrales Gesicht. Bevor ich mich zur Tür um wandte, musterte ich mein Spiegelbild. Ich senkte meine Stimme und beugte mich übers Waschbecken, so nah das meine Nasenspitze beinahe das kühle Glas berührte. Als ich leise die Wörter hervorstieß, ließ mein Atem die Scheibe beschlagen.  "Hätten sie dich lieber verbrannt,  als dich hier in der Hölle schmoren zu lassen."

                                                                        ~ ~ ~

Ich verließ die Bar und wandte mich nach rechts zur nächsten U-Bahnstation. Meine Haut stand in flammen und ich hatte das Bedürfnis die Schlinge von meinem Hals zu reißen, die mir die Luft nahm.  Aber vergeblich. egal wie oft ich mir an den Hals Griff. Nichts. Ich bildete mir die züngelnen flammen an meinen Händen nur ein. Auch das dicke Hanfseil lag nicht um meinen Hals. Ich beschleunigte mein Schritt und hoffte, das ich die nächste Bahn noch bekommen würde. Ich hatte keine Lust auf die nächste zu warten. Warten. Was für eine Verschwendung der Zeit. Nur Menschen konnten sich so etwas ausdenken! Ich stieg die Treppen zur Station hinunter und schaute mich um. Am hinteren Ende des Bahnsteiges saßen fünf Personen. Die beiden weiblichen Menschen brabelten vor sich hin. Ich versuchte nicht zu tief ein zuatmen. Der mir verbleibende Geruchsinn war immer noch stark genug, so das ich das Gemisch aus Alkohol und Schweiß riechen konnte, das von der Gruppe aus ging. Ich rümpfte die Nase und vergrub sie in meinem Schal. Ich versuchte nicht hinzuhören, aber die Menschen sprachen ja nicht gerade leise miteinander. Ich drehte mein Kopf in eine andere Richtung und hoffte das würde reichen.
Mein Blick wanderte an der Bahnsteinkante entlang und zur anderen Seite des Bahnsteigst. Mitten auf dem Boden hockte ein Mensch. Der Mann hatte seine langen Beine von sich gestreckt und ließ seine Füße knapp überhalb der Bahnsteinkannte baumeln. In der Hand hatte er ein Buch. Es war zerflettert und sah nicht so aus als hätte er es in diesem Jahrhundert gekauft. Wahrscheinlich einer dieser Individuellen, die einem seit einiger Zeit ständig über den Weg liefen. Ich wandte mein Blick jetzt wieder zur gegenüberliegenden Backsteinwand. Nirgendwo findet man so viele Verschiedenen Menschen wie in New York. Bevor die Menschen auf dem Bahnsteig den Zug bemerkten, hörte ich das schwache Rumpeln der metallenden Räder auf den Schienen. Ich  trat ein Stück auf die Bahnsteigkante zu und beugte mich leicht nach vorne, so das ich die Lichter der Bahn erspähen konnte. Mein Blick zuckte zwischen Bahn und Schienen hin und her. Denk nicht mal dran. Du weißt was beim deinem letzten erlösenden Sprung mit dir passiert ist. Und ob ich das wusste. Ein Sprung von einem Hochhaus ist nicht gerade angenehm. Aber vorallem ist es nicht erlösend, wenn man unten aufschlägt und obwohl man eigentlich als unidentifizierbare Masse sich auf der Straße wieder finden sollte, sich  nur alle erdenklichen Knochen bricht und Muskeln reißt. Die Zeit in der meine Knochen heilten, war die schlimmste meiner ganzer Existenz. Unendliche Qualen. Monate voller Schmerz. Narben, die sich nicht wie früher in Lichtgeschwindigkeit ins Nichts auflösten, sondern noch immer meine Glieder zieren und nur langsam verblassen. Erschütternd langsam. Jeden Abend wenn ich mich umziehe und die Narben auf der hellen Haut entdecke wird mir erst bewusst, wie viel Mensch ich schon bin. Und diese Erkenntnis macht mir Angst. Mich zu verbannen war schlimm. Mir meine Sterblichkeit zu nehmen war grausam. Mir meine macht zu nehmen war eine Katastrophe. Mich Mensch werden lassen ist die Hölle.

3 Meinung[en]:

thacMS hat gesagt…

Ohhh-..meinnn...Gooot...der letzte Satz ist GÄNSEHAUT und der andere Teil ist auch einfach mal so perfekt! *_* ♥ Weiii, ich will auch so talentiert sein! <3 Schau mal mein Post an ich hab ein Edit in dem du erwähnt wirst! ;D
Und schreib die Story weiter, please! :*

Lichterzählerin hat gesagt…

Es ist SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO TOLL!!!!!!!!!!!!!!! Ganz Livis Meinung <3333333333333333333
Und endlich mal wieder ein Post von dir!!! <3333333 :*

Luise hat gesagt…

Hey Isi, ich mag deinen Blog wirklich sehr gern,
er ist schön übersichtlich und dein Selbstgeschriebenes ist auch echt gut.
Ich versteh gar nicht, wieso du nur so "wenig" Leser hast!
Lg Luise

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