7/10/2012

Rezension zu "Krabat" - Otfried Preußler


Lange und unbeachtete stand das so unscheinbare Buch in meinem Regal. Ein paar mal herrausgezogen, um sich zu gehen, ob es nicht doch ganz gut sein könte, doch dann wieder zurück ins Regal gestellt, weil andere Bücher kamen. Doch vor ein paar Tagen hatte ich keine Lust auf spritzige Jugendromane,  vampierlastige Fantasy oder verquaste Dystopieen. Ich wollte ein Buch, das anregt zu lesen, das einen fesselt bis zum letzten Satzzeichen nach dem letzten Wort im letzten Satz auf der letzten Seite vom letzten Kapitel. Also schlich in eine Weile um mein Bücherregal, versuchte dies und das, doch alles sprach mich nicht an oder langweilte mich. Und schließlich fand ich das Buch meiner Vorstellungen. .Alle Kritiken am Buch und auch Lobäußerungen entsprechen ausschließlich meiner eigenen Meinung!



Titel: "Krabat"
Autor: Otfried Preußler
Genre: (Jugend-)Roman
Verlag: Thienemann
Seiten: 256
Preis: € 14,90 [D]

ISBN: 978-3-522-13350-0




 Inhalt

Die Geschichte dreht sich um ein Bettlerjungen, der nach dem Tod der Eltern auf sich allein gestellt ist. Doch eines Tages wird er in seinen Träumen zu einer vom Volk gefürchteten Mühle und deren grausamen Müller gerufen. Dieser stellt den jungen Krabat in seine Dienste als Lehrling. Doch eine finstere Macht liegt über der Mühle und schwer auf den Gesellen. Der Meister ist ein Zauberer, der seinen Mühlburschen das Hexen lehrt. Krabat beginnt sich an das Leben in der Mühle zu gewöhnen, bis er eines Tages begreift, für welch ein Teufel er Tag und Nacht schuftet und allein er vermag seinem Meister Einhalt zu gebieten, doch um welchen Preis? 


Meinung

Der Roman "Krabat" von Otfried Preußerl wurde mit dem Eurpäische Jugendbuchpreis, dem Polnische Jugendbuchpreis, dem Deutsche Jugendbuchpreis und dem Holländische Jugendbuchpreis außerdem steht  "Krabat" auf der Ehrenliste der amerikanischen Bücherrein. Otfried Preußlers ungewöhnlicher Roman wurde in 36 Sprachen übersetzt. Wie kann es also sein, dass so ein Buch bei vielen Jugendlichen als verpönte "Schuhllektüre" abgeschlagen ist?

Hätte mich jemand vor drei Tagen noch gefragt, ob ich schon Krabat gelesen habe und ob es nicht ein geniales Buch wäre, hätte ich nur laut gelacht und gesagt: "Das Cover ist nicht gerade ansprechend und der Schreibstiel ist so "anders", also NEIN!" Das letzte stimmt sogar wirklich. Vor drei Tagen hatte ich das Buch nicht gelesen... Aber nun sitze ich hier und wundere mich, wieso ich dieses Buch so lange in meinem Regal unberührt hatte. Die Antwort ist die selbe wie ich sie vor drei Tagen gegeben hätte, plus dem Punkt, dass ich bei dem Titel sofort an Deutschunterricht denken musste.

Das Cover ist, wie schon gesagt, nicht mein Geschmack. Es ist eine Zeichnung und zeigt die Mühle und die 12 Gesellen im Mondlicht in der Nacht. Der Hintergrund ist Blau und die Schrift im einfachen weiß. Cover-Käufer würden dieses Buch niemals aus einem Buchhandlungsregal nehmen und sich ansehen und das ist wirklich sehr schade, denn das Buch hat es verdiehnt!

Neben der unfassbar guten Storyidee, die wirklich einmalig ist, sind die Charaktere aus "Krabat" das tollste am Buch. Jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen Schliff und nicht so wie in den Büchern heute sind sie alle undurchsichtig und nur schwarze Namen auf weißem Papier. Auch wenn viele der Gesellen nur erwähnt werden oder einen kurzen Auftritt im Buch haben, kommt es dem Leser vor, als würde er jeden von ihnen schon Jahre kennen.
Am meisten gefiel mir der Chrkater von Krabat. Man konnte in den Jahren, die Krabat auf der Mühle verbrachte, sehen wie er sich entwickelte. Vorallem sein Denken und seine Loyalität wächst und gedeiht.

Als ich erst begonnen hatte zu lesen war ich nach ein paar Seiten echt fertig. Denn "Krabat" ist in einem merkwürdigen Schreibstil gehalten. Es wechselt zwischen Realität und Krabats Träumen hin und her. Die Zeitsprünge sind zwar deutlich gekennzeichnet, aber man kann es kaum fassen, dass die Jahre so schnell vergehen und Krabat auf einmal nicht mehr 14 Jahre, sondern auf einmal 21 Jahre alt ist. Doch wie man sich an alles gewöhnt, gewöhnt man sich auch an Preußlers Schreibstil, der trotz allem hervorragend zu dem Geschehen passt, denn alles ereignet sich in Deutschland in der Zeit des 30-Jähirgen Kriegs und da sprach man nun mal so merkwürdig. Mir machte es nach kurzer Zeit sogar Spaß die Texte zu lesen und Preußlers Stiel animiert dazu selber solch Geschichten schreiben zu wollen.

Doch 256 Seiten lassen sich schnell weglesen. Zwar wurden alle meine Fragen, die sich stellten beantwortet, aber für mich war es doch ein schnelles Ende des Buches. Das war nicht schlimm, denn es "Krabat" hat ein tolles Ende. Preußler führte alle Schnüre zusammen und es zeigte sich ein komplettes Endbild. Aber ich hätte gerne noch weiter gelesen....

Kurz und Knapp:  

Das viel ausgezeichnete Buch von Otfried Preußler verdient meiner Meinung nach alle diese Preise. Es hat zwar ein recht langweiliges Cover und man mag Schwierigkeiten haben sich an den eigentümlichen Schreibstil zu gewöhnen, doch es ist eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Geschichte über einen Jungen, der am Hof des Teufels gute Freunde fand, lernte sie gehen zu lassen, lernte zu verstehen, lernte das unvermeidliche zu akzeptieren, aber vorallem lernte er zu erkennen was er war und wie er sein Schicksal in die Hände nehmen sollte. Dieses Buch fesselt und lässt ein nicht mehr los! Es ist also die Zeit gekommen, dass endlich der Schleier des "No Go Schulbuchs" von ihm genommen wird, damit viele die Geschichte des Jungen Krabats lesen und verstehen, das dieses Buch etwas besonderes ist. 

Idee: ♥♥♥ 
Umsetzung: ♥♥♥
Schreibstil: ♥♥
Aussehen: ♥♥
Charaktere: ♥♥♥
Gesamt:  13/15 Punkten 
Note: 1- 

10 Meinung[en]:

Crazy hat gesagt…

Tolle Rezension! Sie ist wunderschön!!!!
Und das Buch hört sich auch echt toll an!!!
Das Cover ist wirklich nicht sooo berauschend, aber wenn du sagst, dass es gut ist, dann ist es eben gut! :D

Ganz viele Liebe Grüße, Crazy! ♥♥♥♥♥

Elisa hat gesagt…

Baaah xD Ich hasse das Buch, aber das liegt vermutlich daran, das ich sämtliche Schullektüre aus tiefstem Herzens verabscheue^^ Vielleicht sollte ich es nochmal lesen und meine grausame alte Deutschlehrerin und die grausamen Unterichtsstunden dabei aus meinem Kopf verbannnen?
Liebe grüße
Elisa (:

thacMS hat gesagt…

Supertolle Rezension!!!!!!! <33333333333333333 und ich werde Krabat dann wohl noch eine Chance geben *grins*

Chrisi hat gesagt…

Das Buch ist so cool! :D Wir mussten es auch in der Schule lesen, aber da hats mir trotzdem gefallen :D

weisselilie hat gesagt…

Schöne Rezi :D und du bist über den Tod hinweggekommen!! *Jubelschrei* :)
Vielleicht lass ich es mir mal von Doris bringen :D
Aber wow das hätte ich nicht erwartet :D

Sternenkind hat gesagt…

Ich mag das Buch sooo arg =)
Und deine Rezi bringt das auch voll super raus <3
toll toll toll <3

Lichterzählerin hat gesagt…

Uuuuuuuuuuh HAAAAAAAAAAAAAAAAMMER REZI!!!!!!!!!!!!!!! :OOOOOOOOOOOOOO <3333333333333333333333 Und nein, ich schreib nur heimlich vom Lappi aus, meine Familie ist weg ... Ich hab ihn noch nicht legal wieder *LOSHEUL*

Chrisy hat gesagt…

Werde das Hörbuch jetzt dann auch bekommen :) Habe getauscht ;)

Den Film dazu fand ich sehr gut :)

LG Chrisy

weisselilie hat gesagt…

Okay... ich werde es irgendwann lesen :D
Tonda war doch der der starb, oder?
Und wer ist dann Michaö??

Tsentsi hat gesagt…

Na aber Hallo!!!Wer "Krabat"nicht gelesen hat ,hat eine deutliche Leselücke :P
Ich finde die Geschichte auch wunder-wunderschööön! :D
Und die Rezi war prima,Isi-anscheinend bringst du die eine oder andere dazu,sich das Buch doch mal vorzunehmen....und sie werden bestimmt nicht enttäuscht sein ;)..oder???

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